Weil sie es können!

Von Franz (Fotos) – Welche himmlische Ruhe um unser kleines Häuschen in Callantsoog (Nordholland) und fast noch wichtiger, es ist auch nicht so warm wie im Ruhrgebiet. Also kann auch ich, der auf warme Sommer gerne verzichtet, den kleinen Garten genießen. Seele baumeln lassen! Aber geht das überhaupt, wenn über einem am blauen Himmel die Rauchschwalben und Mauersegler auf Beutejagd hin- und herzischen? So bequem, auf einem Gartenstuhl sitzend, werde ich wohl kaum noch einmal die Flugkünstler fotografieren können.

Flugkünstler

Kamera holen, sich wieder hinsetzen, eine fließende Bewegung. Nun muss ich es nur noch schaffen, die rasend schnellen Schwalben im Sucher einzufangen, zu verfolgen und dann auslösen. Schon toll, dass die guten Kameras mittlerweile einen wahnsinnig schnellen Autofokus haben, denn ein manuelles Scharfstellen, wäre in dieser Geschwindigkeit kaum noch möglich. Es gelingen ein paar schöne Flugbilder, nahe genug müssen die Insekteneinsammler schließlich auch noch kommen. Auf dem Reetdach landen zwei junge Schwalben. Wenn Elternvögel in der Nähe vorbeifliegen, reißen sie bettelnd ihre Schnäbel auf. Und tatsächlich werden sie noch gefüttert, akrobatisch im Flug. Das muss man mal gesehen haben. Auf dem schönen tönernen First landen auch zwei junge Schwalben, auch die hungrigen Schnäbel werden flugs bedient. Nur ein Junges spielt plötzlich nicht mit. Der Altvogel übergibt eine Wildbiene. Scheint aber nicht zu schmecken und wird wieder ausgespuckt. Gibt es anscheinend auch in der Schwalbenwelt. Mauersegler schießen hoch oben vorbei, einige mit vollem Kropf, andere noch ohne Fang. Eine Fütterung der flüggen Jungvögel im Flug hätte ich gern gesehen, aber man kann ja nicht alles haben.

Pfeilschnelle Attacken

Dann wird es spektakulär! Ein Sperber fliegt mit seiner Beute in den Fängen zwischen zwei Häusern durch und verschwindet aus meinem Blickfeld. Keine Chance für ein Foto. Einige Zeit später fliegt er wieder über mir hinweg. Das lassen sich die Rauchschwalben aber nicht bieten und attackieren den Beutegreifer durch schnelle Anflüge und laut schreiend. Warum trauen sie sich das? Einfache Antwort: Weil sie es können, so wendig und schnell wie sie fliegen. In den Attacken wechseln sich die Flugkünstler ab und schließlich gibt der Sperber, der seine Beute noch in den Fängen trägt, auf und zieht von dannen. So ein Glück kann man haben, wenn man eigentlich nur in Ruhe auf einem Gartenstuhl sitzen und die Ruhe genießen will.

Schreibe einen Kommentar