von Doro (Fotos) und Michael (Text)
Wenn das Wetter wieder besser wird, dann nichts wie ab in den Garten! Wenn man ihn nicht selbst pflegen muss, kann er übrigens gar nicht üppig genug sein. Schlendern wir also durch den Botanischen Garten von Meran, besser bekannt unter dem Namen Trauttmansdorffer Gärten. Die österreichische Kaiserin Sissi machte Meran zum Ausgang des 19. Jahrhunderts zu einem der beliebtesten Kurorte ihrer Zeit.
Sie ist auch heute noch überall im Stadtbild präsent, als „Sissi-Weg” aus der Innenstadt zum Schloss Trauttmansdorf, als marmornes Abbild einer traurigen Monarchin auf der Sommerpromenade oder als Holzskulptur im Schloss – Sissi ist immer noch der Superstar von Meran.
Der erste, rund achtmonatige Aufenthalt ab dem 16. Oktober 1870 lief unter dem Siegel äußerster Verschwiegenheit, in „strengstem Inkognito”, wie es hieß. Die Kaiserin (33) versprach sich von dem mediterranen Klima des Meraner Beckens und seinem milden Winter eine Besserung der Gesundheit ihrer Tochter Marie Valerie (2), die von ihrer Schwester Gisela (14) begleitet worden war. Der Kuraufenthalt im Schloss Trauttmansdorf schlug an, allerdings ließ sich die Anreise eines Hofstaates von 102 Bediensteten nicht ganz unter der Decke halten. Meran wurde anschließend zum Top-Ferienziel europäischer Herrscher- und Adelshäuser, auch Sissi kehrte 1889 wieder zurück ins Schloss Trauttmansdorff. Die Monarchen sind Geschichte, der Garten mittlerweile auch. Für uns gemeines Volk ein einzigartiges Natur- und Pflanzenparadies auf 12 Hektar Fläche, 83 Gartenlandschaften, vier Rund- und drei Panoramawege mit Treppen, Stegen, Seen, Brunnen, Terrassen, dem berühmten Matteo-Thun’schen Gucker und 5800 Pflanzenarten und Sorten. Aber seht doch selbst:
- Blick auf Schloss Trauttmansdorff
- In der Volière leben Papageien…
- … und andere exotische Vögel
- Hinter der Volière ragt ein 15 Meter langer, schwindelerregender Steig ins Leere: Blick auf die Mutspitze und der Spruch „Nur die Gedanken sind frei“.
- Der berühmte Architekt und Designer Matteo Thun, der auch die Therme in Meran gestaltete, entwarf diesen „Gucker“:
- Ohne Worte
- Wie ein Fernglas mit Händen ragt der „Gucker“ aus der Gartenlandschaft
- Kennt jeder: Kaiserin Sissi, die zwei Aufenthalte im Schloss verbrachte
- Huhu! Einen Irrgarten gibt es auch
- Der gehört nicht in die Trauttmansdorffer Gärten (er stand auf der Sommerpromenade in Meran), ist aber ein guter Rauswerfer
Für einen Besuch dieser einzigartigen Gartenanlage sollte man sich richtig viel Zeit nehmen. Acht Stunden etwa. Hier gibt es Öffnungszeiten und Preise, hier ein paar Fakten. Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff gibt es erst seit 2001. Sissi hat sie nie gesehen.


























