Von Franz (Fotos) – Der Steinkauz – unsere kleinste heimische Eule, so titelt die Biologische Station Kreis Unna/Dortmund eine Exkursion an den Ortsrand von Werne. Hinter einem Gehöft und am Rande einer mit hohem Gras bewachsenen Streuobstwiese versammeln sich ca. 20 interessierte Besucher/-innen, darunter auch einige Kinder, und lauschen dem ausgewiesenen Eulen-Experten Klaus Nowak.
Huu-huhuhu-huu
Bei uns in Westfalen leben fünf Eulenarten. Der Uhu ist die größte Eule in Deutschland, er kann eine Flügelspannweite von 1,80m erreichen. Deutlich kleiner ist die Waldohreule mit etwa 95cm Spannweite. Die nur unwesentlich kleinere Schleiereule brütet gerne in Scheunen auf Bauernhöfen. Wir schauen hoch zu einem kleinen Giebelfenster im benachbarten Bauernhaus, aus dem ein Schleiereulenpaar zu den nächtlichen Jagdausflügen startet und tagsüber gelegentlich neugierig in die Landschaft schaut. Schade, den Gefallen tut sie uns während der Exkursion leider nicht. Klaus hat Handschwingen vom Uhu und von der Schleiereule mitgebracht. So können wir Größenunterschiede sinnlich erfahren. Der Uhu ist übrigens das einzige Tier, dass einen Igel verspeisen kann. Von seinem Schmaus bleibt nur noch die Stachelschwarte übrig. Einen solchen Fund hat Klaus natürlich dabei. Wir können nur noch staunen. Der Waldkauz brütet in Wäldern und Parks und lässt nachts gern sein schauriges „Huu-huhuhu-huu“ tönen. Der Ruf wird häufig in spannenden Filmen zur Untermalung verwendet. Der Steinkauz ist bei uns mit 60cm Flügelspannweite und einer Größe von bis zu 22cm die kleinste Eulenart. Wenn man vom noch deutlich kleineren Sperlingskauz absieht, der langsam aus südlichen und deutlich wärmeren Gefilden in unsere Landschaft einzieht. Erste Meldungen gibt es aus dem Arnsberger Wald.
Sie kuscheln so gerne!
Zusammen mit einigen ehrenamtlichen Helfern betreut Klaus ca. 20 Steinkauz-Brutröhren um Werne. Die meisten sind in der Nähe von Streuobstwiesen in Bäumen angebracht. Sie werden im Winter von den fleißigen Helfern gereinigt. Im späten Frühling beringt Klaus Nowak, er hat dafür die Genehmigung, einen Teil der heranwachsenden Küken. So kann die weitere Verbreitung der kleinen Eulenart beobachtet werden. Erstaunlicherweise stürzt sich der Steinkauz nicht nur im Flug auf seine Beute, sondern ist auch am Boden unterwegs. Er kann so schnell rennen, dass er eine Feldmaus einholen kann. Wow, das ist neu für mich. Dann schildert Klaus anschaulich, dass Steinkäuze eine lebenslange Partnerschaft bilden und gern zusammen in der Brutröhre oder auf Ästen kuscheln. Und jetzt wird es spannend. Klaus will uns ein Jungtier zeigen und hofft, dass die jungen Steinkäuze aus der Brutröhre 30m weiter in einer Eiche noch nicht ausgeflogen sind. Mit einem Kollegen stellt er eine Leiter an, verschließt den Röhreneingang und öffnet die hintere Klappe. Tatsächlich kann er einen Jüngling herausholen und uns in seiner Hand zeigen. Er umgreift die langen Beine, auf denen der kleine Kauz später so schnell seiner Jagdbeute folgen kann. Was für ein Erlebnis besonders für die Kinder! Der Kleine schaut uns erstaunt und neugierig an. Möglichst leise schauen wir ihm interessiert in seine großen gelb-schwarzen Augen, froh an der interessanten Exkursion teilgenommen zu haben.
- Steinkauz-Exkursion bei Werne
- Handschwingen von Schleiereule und Uhu
- Ein kleines Steinkauz-Ei
- Igelschwarte
- Klaus mit einem kleinen Steinkauz
- In der Hand die langen Beine
- Noch nicht flugfähig
- Was für ein Blick!
- Steinkauzröhre in einer Eiche
- Klaus Nowak, rechts
- Teichrohrsänger am Phoenixsee
- Kleine Königslibelle
- Große Königslibelle
- Heckenbraunelle
- Rotkehlchen
- Junges Rotkehlchen
- …sonnt sich




















