Von Franz – Wenn man im Wendland zwischen Hitzacker, Dannenberg, Lüchow und Gorleben Urlaub macht, ist ein Besuch der faszinierenden Rundlingsdörfer absolute „Bürgerpflicht“. Schon 1740 fabulierte ein Reiseschriftsteller über die Rundlinge: „Fast alle wendischen Dörfer sind in die Runde gebaut, und gehet ein einziger Weg hinein, durch welchen man auch wieder hinaus muss.“ Im Wendland stammen die ersten Erwähnungen über diese Bauform aus dem 11. und 12. Jahrhundert und man geht heute davon aus, dass diese Siedlungsform entstanden ist, weil örtliche Grundherren die für sie lukrative Getreideproduktion durch Zusammenlegung der verstreut siedelnden slawischen Bauern ankurbeln wollten.
Man lernt nie aus
Wir beginnen mit unserer kleinen Radtour im Museumsdorf Lübeln, wo wir in einer originalen Hofstelle viel über die bäuerliche Lebenswelt der wendischen Bevölkerung und die faszinierenden Rundlingsdörfer erfahren. Beeindruckend, welche farbenprächtigen Trachten die Bäuerinnen zu hohen Festtagen und bei der Arbeit auf den Feldern trugen. Die Geschichte des Flachsanbaus und die Verarbeitung zu Leinenstoffen interessiert uns besonders, weil wir in der Normandie schon so schöne blaue Flachsfelder entdeckt haben. Neu für uns, dass Leinen nach Afrika und Amerika verschifft und dort als Tauschware für Kaffee, Zucker oder Baumwolle und als Bekleidung für die versklavten Arbeiter/-innen auf den Plantagen genutzt wurde. Spannend die kleine Ausstellung über den Protest der Bauern aus dem Wendland gegen das geplante Endlager für Atommüll in Gorleben.
Radeln durch Rundlingsdörfer
Das Rundlingsdorf Lübeln mit der imposanten Eiche in der Dorfmitte lässt sich in einem Panoramafoto nur schwer abbilden. Wir drehen uns im Kreis und betrachten die schönen Fachwerkgiebel der alten Bauernhäuser. Das Modell des Dorfes aus der Vogelperspektive haben wir ja schon in der Ausstellung besichtigt. Wir radeln durch Gühlitz, nicht ganz so beeindruckend, legen im wunderschönen Satemin in einem Bauernhofcafe eine kleine Rast ein und lassen uns mit leckerem Kuchen verwöhnen. Durch den Rundling Klennow fahren wir in die Fachwerkstadt Lüchow, bekannt durch die vielen Demos gegen das Atommülllager, durchstreifen es kurz und radeln über einen poltrigen Schotterweg zurück nach Lübeln. Die Radwege zwischen den Bauernschaften und die Landschaft können wir dagegen wunderbar genießen.
- Rundlingsdorf Lübeln
- Das Rundlings-Museum
- Modell des Rundlings Lübeln
- Mehl- und Schrotmühle
- Bäuerliche Stube mit Webstuhl
- „Arbeitskleidung“ auf den Feldern
- Hochzeitstracht
- Hier auf einem alten Foto
- Leinengewebe
- Vom Flachs zum Leinen
- Verflochten mit dem Kolonialismus
- Stellmacherei
- Ein kleines Flachsfeld
- Gebundener Flachs
- Protest gegen das Atommüll-Lager Gorleben
- Rundlingsdorf Gühlitz
- Panorama von Satemin
- Mit dem Bauernhof-Cafe
- Rundlingsdorf Klennow
- Die Jetzel
- Marktplatz mit Rathaus Lüchow































