Noch mehr Moor

Von Franz – Auf zu einem der einst größten zusammenhängenden Hochmoore Mitteleuropas dem Bourtanger Moor, westlich von Meppen. Unser Wissen über Moore wollen wir im Emsland Moormuseum erweitern. Wir lernen viel über die Entstehung von Mooren, lebendige Moor wachsen etwa 1 mm im Jahr. Der rasante Torfabbau in den letzten Jahrhunderten und die harte Arbeit der Torfstecher wird sinnlich dargestellt. Moore sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher unserer Erde, obwohl sie nur 3% der globalen Landfläche ausmachen. Sie binden doppelt soviel Kohlenstoff wie alle Wälder weltweit. Trockengelegte Moore setzen den gespeicherten Kohlenstoff im Kontakt mit Sauerstoff als CO2 frei. Der Erhalt von Mooren oder die Wiedervernässung gehört deshalb zu den zentralen Aspekten des Klimaschutzes. Das Bourtanger Moor hat sich in den letzten 200 Jahren durch Kultivierung und Torfabbau stark verändert. Und doch können sich Besucher/-innen durch renaturierte Hochmoorflächen, offene Kulturlandschaften und Wälder verzaubern lassen. Ein Naturraum, der vielen seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet.

Suhlende Bentheimer Schwein

Mit einer Feldbahn fahren wir durch das Moorgebiet am Museum, vorbei an Bentheimer Schweinen, die genüsslich in der Erde wühlen und suhlen. Die alte Schweinerasse gewinnt wieder an Bedeutung, weil sie im Gegensatz zu hochgezüchteten Schweinen eine bessere Fleischqualität liefert. Weiter geht es durch ein Buchweizenfeld, später werden wir noch einen leckeren Buchweizenpfannekuchen verspeisen. Wir umrunden das Moorgebiet und fahren noch am Museumsgebäude mit großen Torfabbaumaschinen vorbei. Fussläufig erkunden wir anschließend das Außengelände, bestaunen jetzt etwas intensiver die schönen Schweine, laufen über Holzstege durch das Moor. In dichtem Farn entdecke ich junge Schwarzkehlchen, auf einem Zaunpfahl sitzt ein Baumpieper und Grauschnäpper sind auf Beutejagd. Der Besuch hat sich gelohnt.

Tolle Wolkengebilde über der riesigen Moorfläche

Wir fahren hinüber nach Holland in den kleinen Ort Weiteveen am westlichen Ende des Bourtanger Moores. Hier bietet sich eine weite Moorlandschaft mit vielen Vernässungsflächen. Mit dem Fahrrad erkunden wir nur einen kleinen Teil des riesigen Moorgebietes mit Start am wunderschön gelegenen Restaurant Wollegras. Auf geraden Betonwegen lässt es sich wunderbar radeln. Bei kleinen Stopps kann ich Austernfischer, eine Wiesenschafstelze und einen Fitis mit seiner Beute fotografieren. Aus der Landschaft ragen Baumskelette heraus, im Hintergrund ein riesiger Windpark. Der Himmel zieht sich zu, tolle Wolkengebilde über der flachen Ebene. Mittlerweile sind wir doch ziemlich platt und wir treten den Rückzug an. Glücklicherweise setzt ein heftiger Regenschauer erst während der Rückfahrt nach Bad Bentheim ein. Ein toller Tag mit vielen Informationen und Naturerlebnissen geht zu Ende.

 

 

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