Von Franz (Fotos) – Es ist schon eine Weile her, die Bäume sind noch nicht grün belaubt und Martin, Markus und ich schlendern mal wieder durch die Haard, unserem gemeinsamen LieblingsSchlendererRevier. Diesen langen Namen sollte ich mir patentieren lassen, aber er trifft genau unser besonderes Verhältnis zur Haard zwischen Oer-Erkenschwick, Datteln und Haltern.
Berg und Abgrund
Wir starten bei Mutter Wehner, laufen auf dem Hohe-Mark-Steig Richtung Osten, verlassen ihn aber bald und wandeln östlich um den Farnberg auf einem wunderschönen „Höhenweg“. Links der „‚Berg“, immerhin 136m hoch, rechts der „Abgrund“ mit schönem Kiefern- und Eichenwald darunter der noch braune Farn. So lieben wir es. Auf verschlungenen Wegen erreichen wir den Hochzeitsweg unterhalb vom Dachsberg. Hier haben vor 10-20 Jahren Hochzeitspaare Obstbäume angepflanzt. Die Info kann ich meinen Wanderfreunden geben, die dieses Teilstück noch nicht kennen. Man lernt eben niemals aus und ich kann mich mal wieder als Haard-Kenner outen.
Kreuz und Kubus
Am Feuerwachturm Rennberg laufen wir vorbei. Die zusätzlichen Höhenmeter auf den Turm sparen wir uns diesmal. Empfehlen können wir trotzdem die Aussicht über die Haard. Wir erreichen den Platz und die große Wegekreuzung Johannes Nepomuk und lernen, dass hier ein Heiliger Baum der Germanen gestanden haben soll, wo das „Hölting“ (Gericht) stattfand. Vermutlich wurde der Baum gefällt und durch ein Kreuz ersetzt, was auf eine Missionierung hindeutet und durch fünf christliche Gräber, die man in der Haard gefunden hat, bestätigt wird. Gegenüber lässt sich durch einen 4x4x4m großen Holzkubus sinnlich begreifen, wieviel Wald an einem Tag in der Haard nachwächst. Geschmückt wird der Kubus durch ein umlaufendes Gedichtband. „Die Einen woll´n Erholung, die Andren Ackerland, wieder andere woll´n Erschließung, Alle weben an dem Band. Doch was will der Wald? Fast hätt´n wir ihn vergessen im steten Nutzungsdruck konkurrierender Interessen.“ Kann man schon mal drüber nachdenken!
Leckerer Kuchen und kritische Gedanken
Schnell runter von dem breiten Waldweg und wieder auf einen schönen Pfad, der uns zurück nach Mutter Wehner führt, wo wir noch einen leckeren Kuchen genießen und über das Gedicht philosophieren. Schließlich bedeutet auch unser Schlendern Druck auf Wald und Lebewesen, denn gerne wandern wir ja auf schmalen Pfaden durch unser LieblingsSchlendererRevier.
- Schöner Start bei Mutter Wehner
- Knorrige Eichen und Birken
- Schlendern unter blauem Himmel
- Links der Farnberg, rechts ein Abgrund
- Durch Ilex wandeln
- Wanderweg zum Dachsberg
- Hochzeitsbäume
- Schöne Buche am Dachsberg
- Steigartig hinunter…
- …hinauf zum Feuerwachturm
- Hier war ein germanischer Richtplatz
- Waldkubus…
- …mit umlaufendem Gedicht
- Imposante Buche



















