Von Franz – Besuch der ehemaligen Grenzstadt Dömitz auf der östlichen Elbseite und des in der DDR von einem „inneren Zaun“ umschlossenen Dorfes Rüterberg. Zunächst besichtigen wir aber die fünfeckige Festung Dömitz, die auf den Resten einer Burganlage um 1560 erbaut wurde. Mit der Flachlandfestung sollte die Südwestgrenze Mecklemburgs, die Elbübergänge und die Elbzolleinnahmen im Dömitzer Hafen gesichert werden. Heute beherbergt das Haupthaus z.B. eine Ausstellung zu den „Grenzsicherungsanlagen“ der DDR. Für uns eine willkommene Gelegenheit, den Irrsinn noch einmal hautnah nachempfinden zu können.
Ein Dorfrepublik wird ausgerufen
Auf dem Elbdeich und durch einen schönen Kiefernwald fahren wir mit unseren Räder nach Rüterberg. Am Dorfrand an der Elbe steht einer der Wachtürme, von dem aus die VoPo die „sogenannte“ Republikflucht verhindern wollte. Weiter nördlich mahnt ein Teil des Grenzzauns, mit dem der ganze Ort in den 1960er umschlossen wurde, an die vielen Toten der Unmenschlichkeit. Rüterberg war mit dem „inneren Grenzzaun“ und mit dem Hauptgrenzzaun entlang der Elbe seit 1967 vollständig eingeschlossen und von der Rest-DDR isoliert. Am eisernen Tor, dem einzigen Dorfzugang, kontrollierten Grenzer die Ausweispapiere. Aber nur bis 23 Uhr (bis zum Morgen blieb das Tor verschlossen) konnten die Bewohner das Dorf verlassen, Besucher benötigten eine Sondererlaubnis. Ein ehemaliger Bewohner schildert uns aber nicht nur Nachteile, denn in dieses kleine von außen abgeriegelte Dorf wurden manche Waren geliefert, die es sonst in der DDR nur für SED-Funktionäre gab. Ganz kurios lief eine Versammlung ab, die Bewohner am 8.Nov. 1989 aus Wut über die Einkesselung ihres Dorfes organisiert haben. Sie riefen einen Tag vor der Grenzöffnung am 9.November, natürlich ohne es zu wissen, die „Dorfrepublik Rüterberg“ aus. Am nächsten Tag waren sie frei.
Grenzanlage als Mahnmal
Zurück in Dömitz besuchen wir die ab 1870 neu aufgebaute Johanneskirche mit ihrer schönen Holzdecke, kurven durch das kleine Fachwerkstädtchen, entdecken auf einem alten Ziegelkamin einen Storchenhorst mit drei Jungvögeln und besichtigen einen Teil der Grenzanlage der Festung Dömitz. Wir erfahren, dass die Grenzanlagen sich gegen Flüchtlinge aus der DDR richteten, und an der innerdeutschen Grenze 256 Männer, Frauen und Kinder ermordet wurden. Erlebbare Geschichte!
- Festung Dömitz
- Unmenschlichkeit der DDR…
- Brackteich auf dem Weg nach Rüterberg
- Ehemaliger Wachturm…
- Reste eines Grenzzauns um Rüterberg
- Mahnmal für die Opfer der Unmenschlichkeit
- Dorfrepublik Rüterberg
- Storchenhorst in Dömitz
- Johanneskirche
- Marktplatz mit Rathaus
- Dunkle Wolken über der Elbe…
- …und der Festung Dömitz
- Erinnerung an die Revolution 1989
- So sah die Grenzanlage bei Dömitz aus.




















