Von Franz (Fotos) und Michael (Text) Was ist das jetzt hier, eine ReHa-Tour? Nee, die kaputte Bandscheibe ist ja noch drin im Rücken. Aber mal schauen, was damit noch geht. Deshalb hat Streckensanitäter Franz eine, ähm, beschaulich kurze Strecke mit Start in Sundern-Hachen ausgesucht.
Erstmal asten wir den Hang hoch und und halten am Bildstock Mucher Pilgerweg von 1776 inne, wie die damaligen Pilger, denn unsere Kondition könnte nach der langen Wanderpause besser sein. Mann, das ist jetzt wirklich Schlendern und Schlurfen auf Verschleiß. Das erinnert Franz an einen Film, den er kürzlich gesehen hat. „Der Salzpfad“ handelt von einem englischen Ehepaar, das seinen Hof verloren hat, und bei dem bei dem Mann eine unheilbare Krankheit festgestellt wurde. Beide machen sich auf den 1000 km langen South West Coast Path in Südwestengland.
Wenn man sich gut riechen kann
Dazu können wir nur das Buch von Bonnie Garmus wärmstens empfehlen, „Eine Frage der Chemie“. Ein Buch über Beziehungen, warum es gut ist, wenn man sich riechen kann, über den Kampf um Frauenrechte, voller Humor, Tragikomödie, Erfolg und Niederlagen, mit einem hochintelligenten Kind, das nach seinem Vater sucht und mit einem Hund, der mehr als 900 Wörter versteht.
Wiedergeborene Natur
Unten in der Talaue von Sorpe und Röhr haben 2014 schwere Baumaschinen geackert, es entstand im Flurstück „Lange Erlen“ ein Stillgewässer und ein schönes Stück wiedergeborene Natur. Nach kurzer Strecke über einen vorbildlich mit wassergebundener Decke ausgelegten Radweg sehen wir oben am Berg Langscheid, weiß lugt die Kirche heraus. Die blau gekleidete Madonna beim Gut Selmke gibt uns, geschmückt mit mehreren Rosenkränzen, ihren Segen für den weiteren Weg.
„Eine Mauer? Ach was, ein grüner Hang“
Und den können wir gebrauchen. Etliche Stufen führen zur Mauer der Sorpesperre empor. Mauer? „Ach, das ist ein grüner Hang“, meint Franz, ein Hang, den systematisch Schafe abweiden und durch den auch noch eine Wirtschaftsstraße führt. Auch das Pumpspeicherkraftwerk am Fußes des Dammes nötigt uns Respekt ab. „Früher wurde schon schöner gebaut“, meint Franz angesichts des wuchtigen Industriebaus.
Oben! Auf der Dammkrone sehen wir gegenüber den blauen Pool des Hotels Seegarten, in dem TV-Koch Olaf Baumeister wirkt. Schon eine Landmarke. Unten am Fuße der Staumauer liegt das Speicherbecken wie eine dunkelgrüne Scheibe aus Flaschenglas. Es hilft nichts. Durch die Stadt müssen wir hoch bis zum Antoniuspöstchen, dem höchsten Punkt des Langscheider Kirchwegs. Schweißperlen stehen uns auf der Stirn, nicht nur wegen der schwülen Witterung.
„Gehen Sie rein in die Kirche, sie ist sehr schön“
Unten in Enkhausen rät uns ein fröhlicher Mitarbeiter des Sunderner Bauhofes zur Einkehr in die St.-Laurentius-Kirche. „Gehen Sie rein, sie ist sehr schön, 800 Jahre alt.“ Alt und innen, durch die graue Bleiverglasung, auch sehr düster, ebenso die Taufkapelle, aber immer mit diesem Aroma nach Weihrauch und kirchlicher Strenge. Die Katholiken unter uns erinnern sich an die Zeit, als Heinrich Lübke, Sohn des Ortes, Bundespräsident war (1959-1969) und den Nachfahren heute hauptsächlich durch seine rhetorischen Sonderlichkeiten in Erinnerung ist.
Zwischen Enkhausen und Hachen liegt ein Hügel, über den wir hinweg müssen. Der Segen der blauen Madonna reichte an diesem Tag nur bis zum Auto. Auf der Rückfahrt meldete sich die Bandscheibe bis hinunter ins linke Bein. Nicht gut.

- Kath. Kirche Mariä Opferung
- Die Röhr
- Bildstock Mucher Pilgerweg
- Renaturierte Sorpe
- Kapelle Gut Selmke
- Abzweig zum Staudamm
- Hinunter zur Sorpe
- Schönes Pumpspeicherwerk
- Infos zur Technik
- Blumenwiese nebenan
- Speicherbecken
- Sorpesee
- Auf dem Staudamm
- Düstere Wolken über Langscheid
- Runter und wieder rauf
- Hinauf zum Antoniuspöstchen
- Antoniuspöstchen
- St. Laurentius-Kirche (li.)
- Und wieder bergan
- Blick zurück auf Langscheid
- Hinunter nach Hachen



























